Valais en recherches – Nick Zenzünen

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Mediathek Wallis, Brig.

Was geschah mit Menschen, die im Oberwallis des 20. Jahrhunderts arm waren, keine Familie hatten oder nicht der «sozialen Norm» entsprachen? Wer erhielt Unterstützung, wer wurde kontrolliert und weshalb wurden manche Personen in Heime oder Pflegefamilien platziert?

Der Vortrag beleuchtet die Geschichte des Fürsorgewesens im Oberwallis zwischen 1930 und 1981 und wie verschiedene Akteure Menschen in Not einerseits unterstützen konnten, andererseits aber auch über einschneidende Massnahmen wie Fremdplatzierungen oder administrative Versorgungen entscheiden konnten.

Anhand von Archivquellen und Erinnerungen ehemaliger Betroffener zeigt der Vortrag, wie Armut, soziale Notlagen und gesellschaftliche Vorstellungen von „Ordnung“ und „Moral“ den Alltag vieler Menschen prägten. Dabei wird deutlich, dass Fürsorge weit mehr war als materielle Hilfe: Sie konnte Schutz und Unterstützung bieten, zugleich aber auch Kontrolle und Ausgrenzung bedeuten.

Der Vortrag gibt Einblicke in ein bislang wenig erforschtes Kapitel der Oberwalliser Sozialgeschichte und lädt dazu ein, über die Bedeutung von Hilfe, Verantwortung und sozialer Zugehörigkeit nachzudenken.

 

Nick Zenzünen ist Geschichtsvermittler und Lehrer. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften der PH-Luzern und als Lehrer an einer internationalen Schule. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der öffentlichen Geschichtsvermittlung und in der Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen.

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Veranstaltungstyp
Vortrag / Konferenz
Veranstalter
  • Médiathèque Valais - Sion
Datum
  • Do., le 10.12.2026, 19:00 - 20:30
Adresse

Schlossstrasse 30
3900 Brig

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